WIEN IST WELTMUSIK!
Wo der Okzident den Orient in sich trägt ...
Aktionsradius Wien und Filmarchiv Austrialaden zu 8 Samstagabend-Weltmusikkonzerten im Rahmen des Open-Air-Sommerkinos
KINO WIE NOCH NIE 2010:
8 Samstage: 3. Juli bis 21. August 2010, ab 19.00 Uhr
Open Air im Sommerkino-Garten des Filmarchiv Austria
1020 Wien, Obere Augartenstraße 1e (Augartenspitz)
Bei Schönwetter im Garten, bei Schlechtwetter im Kinozelt.
Musikspenden erbeten!
INFOS: www.aktionsradius.at, www.kinowienochnie.at
Programmänderungen vorbehalten.
MASCHMISCH - Weltmusik Open Air am Augartenspitz!
Wussten Sie, dass der Begriff «Weltmusik» schon vor mehr als hundert Jahren verwendet wurde? Georg Capellen, ein Musiktheoretiker und Komponist, beurteilte die Abkapselung der klassisch-romantischen «europäischen» Musik gegenüber den außereuropäischen Musikstilen als fatal. Er regte eine künstlerische «Vermählung von Okzident und Orient» an und prägte 1904 dafür das Wort «Weltmusik». Stockhausen, der große Komponist, nahm 60 Jahre später den Terminus auf. In dem Maße, in dem die junge Generation sich für die «gesamte Erdkultur», für eine bessere Zukunft in globalem Maßstab verantwortlich fühlt, muss sich die «Weltmusik» entwickeln, so ungefähr der Gedanke Stockhausens. Das ist möglicherweise ein Grund dafür, dass Weltmusik heute nicht im Mainstream liegt, was ein Surfen durch die Radiosendungen hinlänglich beweist. Hundert Jahre nach Capellen nehmen wir seinen Begriff der orientalisch-okzidentalischen Liaison auf, freilich nicht stur in seinem Sinn. Die Liaison, bei Capellen eine zur Fusion führende kompositorische Methode, ist in der Form des MASCHMISCH-Festivals im Augarten ein langer Sommer des Oszillierens und des Mäandrierens von einer Musikwelt in die andere; MASCHMISCH will auch einen Beitrag leisten, dass Wien bleibt, was es ist: der beste Boden für ein solches Oszillieren. Weil der Okzident hierorts den Orient ohnehin in sich trägt.WELTMUSIKFESTIVAL 2010:
PROGRAMM & TERMINE, ab 19.00 Uhr:| SA 03. Juli: | Moša Šišic |
| Ein Stammbaum voller Teufelsgeiger | |
| SA 10. Juli: | Jelena Popržan, Rina Kaçinari und Ljubinka Jokić |
| CATCH-POP STRING-YOK! - Die postjugoslawische Fusion | |
| SA 17. Juli: | Mamadou Diabate, Karim Sanou, Yakouba Konate |
| Percussion Mania - afrikanisches Rhythmusfeuerwerk! | |
| SA 24. Juli: | Ohrwerk: Hans Tschiritsch, Otto Lechner, Franz Haselsteiner |
| Klangmaschinen & Klangwelten - begleitet, beschützt und getrieben von 2 Akkordeons! | |
| SA 31. Juli: | Marwan Abado & Miki Liebermann |
| "Rishataan" - Zwei Federn | |
| SA 07. August: | EWHO: Erstes Wiener Heimorgelorchester |
| Synthesizer Pop-Songs mit deutschen Texten - Sieger des FM4-Protestsongcontests 2009! | |
| SA 14. August: | Tini Trampler presents: Playbackdolls |
| Ein Mix aus Vaudeville, slawischer Folklore, Tom Waits, Ragtime und Songwriting | |
| SA 21. August: | Chrono Popp & The Sorry Babies |
| Der Sound zur Krise. Im Talon: Funk, Soul, R'n'B |
Programmänderungen vorbehalten.
INFOS: 332 26 94 www.aktionsradius.at, www.kinowienochnie.at
WELTMUSIKFESTIVAL 2010:
KÜNSTLERBESCHREIBUNGEN:

SA 03. Juli: Moša Šišic
Ein Stammbaum voller Teufelsgeiger
Der
Balkan beginnt bekanntlich in Wien. Einer der verkörperten
Beweise dieser These ist Moša Šišic. Die Geige
liegt in der Wiege. Mit sechs spielt er bereits voll mit, irgendwo
auf Hochzeiten und Festlichkeiten in und um Belgrad. Irgendwann zieht
es die Familie nach Norden. Jetzt ist er ein echter Wiener. Mit
seiner Familie, die ihn begleitet, lebt er für und in der Musik.

SA 10. Juli: Jelena Popržan, Rina Kaçinari und Ljubinka Jokić
CATCH-POP STRING-YOK! - Die postjugoslawische Fusion
Catch-Pop
String-Strong meets Yok! Das serbisch-albanische Duo Jelena Popržan
und Rina Kaçinari taten sich für Balkan Fever 2010 mit
Ljubinka Jokić zusammen, der Leaderin der
Band Yok! Und – voilà – nach einem ausverkauften
und umjubelten Konzert im Porgy & Bess war eine neue Band
erstanden: drei Stimmen, vierzehn Saiten und zwei Bögen. Witzig,
spritzig, schräg und groovy! Jung, feminin und frech!
Mitreißende Folk-Songs aus Albanien, Serbien, Bosnien und
Mazedonien, ausgetüftelte Instrumentalkompositionen der
Bandmitglieder und Lieder von Ewan MacColl, Bertolt Brecht, Georg
Kreisler sowie ein Lied über Wiener und ihre ausländischen
Gäste in Fiktiv-Wienerisch und – natürlich –
„Slavica the Cleaning Maid“. Die zweite Gelegenheit,
diese „Drei Glorreichen Sieben“ live zu erleben ...Jelena Popržan: Viola, Maultrommel, Gesang | Rina Kaçinari: Cello | Ljubinka Jokić: E-Gitarre, Gesang

SA 17. Juli: Mamadou Diabate, Karim Sanou, Yakouba Konate
Percussion Mania - afrikanisches Rhythmusfeuerwerk!
Percussion
Mania, das Trio rund um Mamadou Diabate, ist wonach es klingt –
ein mitreißendes Rhythmusfeuerwerk, in der nicht nur die
Musiker in Trance fallen sollen. Mamadou Diabate, der aus einer
„Jeli“(Griot-)Familie in Burkina Faso stammende
Balafon-Virtuose, begeistert auf den mit Kürbisresonatoren
(Kalebassen) bestückten Xylofonen. Karim Sanou
und Yakouba Konate verstärken mit Djembe, Begleitbalafon,
den Basstrommeln Dundun sowie der kleinen Trommel Baara gekonnt das
rhythmische Element.

SA 24. Juli: Ohrwerk: Hans Tschiritsch, Otto Lechner, Franz Haselsteiner
Klangmaschinen & Klangwelten - begleitet, beschützt und getrieben von 2 Akkordeons!
Instrumentenentwickler,
Obertonvirtuose und Komponist Hans Tschiritsch wird bei seinen
Erkundungen vergessener und neuer Klangwelten von den
Akkordeonspielern Otto Lechner und Franz Haselsteiner begleitet,
beschützt und getrieben.Otto Lechner: Akkordeon | Franz Haselsteiner: Bass-Akkordeon | Hans Tschiritsch: Obertongesang, Singende Säge, selbsterfundene Instrumente (Tschiritschophone), Komposition

SA 31. Juli: MARWAN ABADO & MIKI LIEBERMANN
"RISHATAAN" - ZWEI FEDERN
Oud & Gitarre - zwei Saiteninstrumente, die verwandt sind und doch weit auseinander liegen, werden von Marwan Abado & Miki Liebermann klanglich vereint.Marwan Abado wurde als Sohn einer christlich-palästinensischen Familie in einem Flüchtlingslager in Beirut (Libanon) geboren. 1985 flüchtet Abado aus dem Bürgerkriegsgebiet nach Österreich und setzt hier seine musikalische Ausbildung beim irakischen Oud-Meister Asim Chalabi fort. In Wien findet er als Musiker, Sänger, Komponist und Poet eine neue Heimat. Abado's Instrument, die Oud (orientalische Kurzhalslaute), hat in der arabischen Musik ähnliche Bedeutung wie das Klavier in der abendländischen Kultur.
Immer wieder sucht Abado den Brückenschlag zwischen Orient und Okzident und arbeitet mit MusikerInnen aus verschiedensten Kulturkreisen und Stilrichtungen. Im Augarten wird ihn Miki Liebermann an der Gitarre begleiten. Miki Liebermann war lange Zeit Stromgitarristin in Kurt Ostbahns Chefpartie und gilt als eine der der besten Jazzgitarristinnen Österreichs.

SA 07. August: EWHO: Erstes Wiener Heimorgelorchester
Synthesizer Pop-Songs mit deutschen Texten - Sieger des FM4-Protestsongcontests 2009!
Die
Band verschreibt sich ganz den synthetischen Klängen kleiner,
billiger consumer keyboards der Marken Casio, Bontempi, Yahama u.a.
Seit 1994 entwickelt das EWHO aus dem LoFi-Sound dieser Synthesizer
Pop-Songs mit deutschsprachigen Texten. 2009 hat das Quartett den
FM4-Protestsongcontest mit dem Song "Widerstand ist Ohm"
gewonnen.„Man sollte also nicht den Fehler machen, dieses – sich vordergründig so harmlos gebende – Taschenorchester gedanklich in den Hobbykeller, das Wirtshaus-Hinterzimmer und die Amateur-Bastelwerkstatt zu stecken. Florian Wisser, Daniel Wisser, Jürgen Plank und Thomas Pfeffer haben es faustdick hinter den Ohren. Und das musikalische Können im kleinen Finger. Das neue Album ist ein Anstoß mehr, dieses Quartett als das zu werten, was es immer sein wollte. Und mehr denn je ist: Österreichs Antwort und Kommentar zur elektrifizierten, verlöteten, analog-digitalen Pop-Historie jenseits des Alpenrandes, von Jean-Michel Jarre bis Orchestral Manouvres In The Dark, von Hot Butter bis New Order, von Trio bis zum Jeans Team aus Berlin. Schlimmstenfalls packen die Jungs auch noch die Stalinorgel aus, um uns auf Betriebstemperatur zu bringen. Es wird sein. Und es wird schön gewesen sein.“ (Walter Gröbchen)

SA 14. August: Tini Trampler presents: Playbackdolls
Ein Mix aus Vaudeville, slawischer Folklore, Tom Waits, Ragtime und Songwriting
Die
Gründung von Playbackdolls war wahrscheinlich bereits
vorherbestimmt, als sich Musikerin Tini Trampler und Musiker Stephan
Sperlich irgendwann spätnachts in einem fragwürdigen
Etablissement gegenübersaßen und sich ihre jeweiligen Hüte
ineinander verliebten. Daraufhin wurde eine Band gegründet. Bei
Playbackdolls kulminieren Einflüsse aus Vaudeville und
Elektronik, Blues und Industrial, slawischer Folklore und Rumpelrock
à la Tom Waits, Ragtime und New Wave zu hochemotionalen und
tanzbaren Liedern. Songwriting der besonderen Art mit berührenden
Texten und mitreißenden Melodien.Tini Trampler: Vocals, Toys, Performance | Stephan Sperlich: Synthesizer, Theremin, Cello | Maria Düchler: Akkordeon | Erwin Schober: Drums

SA 21. August: Chrono Popp & The Sorry Babies
Der Sound zur Krise. Im Talon: Funk, Soul, R'n'B
10
Personen suchen eine Bühne. Funky ist das Losungswort. Funky
Feetwarmers, funky Strickjacken, funky künstliche Hüftgelenke.
Chrono Popp and the Sorry Babies sind bekannt für ihren reifen,
um nicht zu sagen: überreifen Rhythmus (bei dem jeder mit muss),
gebrochen durch das Prisma einer abgeklärten Ironie, die nicht
schlauer sein möchte als das Leben selbst. Mit Anmerkungen zur
Gegenwart und einer Musik, die prekären Lebensverhältnissen
einen würdigen Soundtrack verleiht. Und wenn man an der Patina
kratzt, kommen darunter echter Schmerz und echtes Gefühl zum
Vorschein. Im Talon: Funk, Soul, R`n`B. Um
es mit Robert Parissi zu sagen: "Play that funky music white
boy. Play that funky music right." Eine
der unterschätztesten Bands der Stadt!Chrono Popp: guitar | Andreas Karner, Anna Stein, Diane Shooman: vocals | Philipp Schlörb: trumpet | Barbara Artner: alto saxophone | Gerald Prudil: trombone | Hans Holler: organ, synthesizer | Thomas Miessgang: bass | David Pernsteiner: drums